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Bestattung Kosten: Was eine Beerdigung in Deutschland im Durchschnitt kostet

Bestattung Kosten: Was eine Beerdigung in Deutschland kostet

Wer zum ersten Mal einen Bestatter aufsucht, ist meistens nicht in der Verfassung, Preise zu vergleichen. Das Bestattungsunternehmen wählt Sarg, Urne und Blumen aus, und am Ende liegt eine Rechnung vor, die erheblich höher ist als erwartet. Die durchschnittlichen Kosten einer Bestattung in Deutschland liegen zwischen 3.000 und 8.000 Euro – je nach Bestattungsart, Bundesland und individuellen Wünschen. Was in diesem Betrag enthalten ist und wo die größten Kostentreiber liegen, erklärt dieser Artikel.

Durchschnittskosten nach Bestattungsart

Erdbestattung: Eine klassische Erdbestattung mit Sarg kostet im Bundesschnitt zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Darin enthalten sind typischerweise: Sarg (700 bis 3.000 Euro, je nach Material und Ausführung), Bestatterleistungen (Überführung, Aufbahrung, Organisation; 1.500 bis 3.000 Euro), Grabgebühren der Gemeinde (500 bis 3.000 Euro je nach Region und Nutzungsdauer), Grabstein (1.500 bis 5.000 Euro) und Blumenschmuck.

Feuerbestattung (Urnenbeisetzung): Die Feuerbestattung ist die in Deutschland inzwischen häufigste Bestattungsart. Die Grundkosten ohne Grabstein liegen bei 1.500 bis 4.000 Euro. Hinzu kommen: Krematoriumsgebühren (200 bis 800 Euro), eine Urne (100 bis 500 Euro), Grabgebühren für das Urnengrab. Die Gesamtkosten sind damit oft 30 bis 50 Prozent niedriger als bei einer Erdbestattung.

Anonyme Bestattung: Wer keine aufwendige Beerdigung möchte, kann eine anonyme Urnenbeisetzung auf einem Gemeinschaftsgrabfeld wählen. Die Kosten liegen bei 1.000 bis 2.500 Euro. Der Nachteil: Es gibt keinen Grabstein und keinen individuellen Ort zum Trauern.

Seebestattung: Die Beisetzung auf See ist in Deutschland auf bestimmte Gebiete der Nord- und Ostsee beschränkt. Kosten für Charter, Kremation und Behördenabwicklung: 2.000 bis 4.000 Euro, ohne Anreise der Angehörigen.

Baumbestattung und Naturfriedhofsbestattungen: Wachsend beliebt sind Bestattungen in Naturschutzgebieten oder unter bestimmten Bäumen in Friedwäldern. Preise variieren stark zwischen 500 und 4.000 Euro je nach Anbieter.

Den vollständigen Leitfaden zur Nachlassabwicklung in Deutschland mit einem Überblick aller Kostenpositionen und steuerlichen Abzugsmöglichkeiten finden Sie unter Ratgeber Nachlassabwicklung in Deutschland.

Was Bestatter verpflichtend ausweisen müssen

Seit 2014 müssen Bestattungsunternehmen auf Anfrage eine detaillierte Preisliste vorlegen (Bestattungsverfügungsverordnung auf Länderebene). Das bedeutet: Sie haben das Recht, vor der Beauftragung einen schriftlichen Kostenvoranschlag zu verlangen. Nehmen Sie sich dieses Recht, auch wenn die emotionale Situation das schwer macht.

Achten Sie darauf, Eigenleistungen von Fremdleistungen zu trennen. Bestatter rechnen eigene Leistungen (Aufbahrung, Überführung, Organisation) selbst ab. Friedhofsgebühren, Krematoriumsgebühren und Standesamtskosten sind Durchlaufposten – der Bestatter schießt sie vor und berechnet sie weiter. Diese Gebühren sind reguliert und vom Bestatter nicht beeinflussbar.

Wer zahlt die Bestattungskosten?

Bestattungskosten sind Nachlassverbindlichkeiten. Sie sind aus dem Nachlassvermögen zu begleichen – aus Konten, Sparguthaben oder durch Verkauf von Nachlassgegenständen. Wenn das Konto des Verstorbenen gesperrt ist, erlauben viele Banken die direkte Überweisung der Bestattungsrechnung an das Bestattungsunternehmen aus dem Nachlasskonto.

Wenn der Nachlass nicht ausreicht oder überschuldet ist, sind nach der gesetzlichen Erbfolge bestimmte Angehörige zur Tragung der Bestattungskosten verpflichtet – auch wenn sie die Erbschaft ausgeschlagen haben. Die sogenannten "nach öffentlichem Recht Bestattungspflichtigen" sind je nach Bundesland unterschiedlich definiert, in der Regel der überlebende Ehepartner und die Kinder.

Können auch diese die Kosten nicht tragen, übernimmt das Sozialamt die "erforderlichen Bestattungskosten" nach § 74 SGB XII. Das ist die Sozialbestattung: Sie deckt eine würdevolle, einfache Bestattung ab, keine aufwendige Feierlichkeit. Grabstein, Leichenschmaus und Traueranzeigen fallen nicht unter die Kostenübernahme.

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Steuerliche Behandlung der Bestattungskosten

Bestattungskosten können in der Erbschaftsteuererklärung als Nachlassverbindlichkeiten abgezogen werden (§ 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG). Das Finanzamt akzeptiert entweder die tatsächlich nachgewiesenen Kosten oder einen Pauschbetrag von 10.300 Euro ohne Einzelnachweis.

Dieser Pauschbetrag deckt in der Regel eine mittlere Bestattung ab. Wenn die tatsächlichen Kosten höher sind – etwa durch einen teuren Grabstein oder eine Überführung aus dem Ausland –, sollten Sie alle Rechnungen aufbewahren und die tatsächlichen Kosten geltend machen.

Für die persönliche Einkommensteuer sind Bestattungskosten grundsätzlich nicht abziehbar, da sie als private Ausgaben gelten. Eine Ausnahme besteht, wenn die Kosten aufgrund einer Unterhaltspflicht des Erben entstanden sind und dieser dadurch außergewöhnlich belastet ist (§ 33 EStG). Das ist ein enges Tatbestandsmerkmal und selten erfolgreich.

Wie Sie Kosten reduzieren

Preise vergleichen: Bestatterpreise variieren erheblich. In Großstädten liegen die Preise oft 20 bis 40 Prozent über denen in ländlichen Gebieten. Wenn kein Bestatter des Vertrauens vorhanden ist, vergleichen Sie mindestens zwei Angebote.

Einfachere Ausstattung wählen: Der teuerste Kostenpunkt ist häufig der Sarg. Ein Holzsarg aus einfacherem Material erfüllt die gleiche Funktion wie ein Mahagonisarg für das Dreifache des Preises.

Bestattungsvorsorge: Wer zu Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag abschließt und einen Treuhandbetrag hinterlegt, entlastet die Hinterbliebenen. Die Kosten sind beim Abschluss bekannt, und Preiserhöhungen bis zum Tod werden oft vertraglich abgefedert.

Keine unnötigen Extras: Leichenwagen mit besonderer Ausstattung, aufwändige Blumenarrangements oder Todesanzeigen in überregionalen Zeitungen sind optional und können erheblich kosten.

Der vollständige Ratgeber zur Nachlassabwicklung hilft Ihnen, Bestattungskosten korrekt steuerlich abzusetzen und alle weiteren Schritte der Nachlassverwaltung zu koordinieren: Ratgeber Nachlassabwicklung in Deutschland.

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