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Sterbegeldversicherung Vergleich: Lohnt sich das — und sind Bestattungskosten steuerlich absetzbar?

Eine Bestattung in Deutschland kostet je nach Ausführung etwa 2.562 bis 21.952 Euro; eine einfache Urnenbestattung liegt in der Marktübersicht bei rund 7.147 Euro. Das gesetzliche Sterbegeld wurde bereits 2004 abgeschafft. Seitdem müssen Angehörige die Kosten aus eigener Tasche zahlen — oder der Verstorbene hat vorgesorgt. Die Sterbegeldversicherung ist das beliebteste Instrument dafür, aber nicht immer die klügste Wahl.

Wie Sterbegeldversicherungen funktionieren

Eine Sterbegeldversicherung ist eine Kapitallebensversicherung mit kleiner Versicherungssumme, typischerweise zwischen 5.000 und 20.000 Euro. Im Todesfall wird die Summe an die Bezugsberechtigten ausgezahlt, die damit die Bestattung finanzieren.

Die wichtigsten Merkmale:

  • Keine Gesundheitsprüfung bei den meisten Tarifen — das macht sie zugänglich für Menschen mit Vorerkrankungen
  • Wartezeit von üblicherweise 12 bis 36 Monaten — stirbt der Versicherte in dieser Zeit, werden nur die eingezahlten Beiträge erstattet (Ausnahme: Unfalltod)
  • Beitragszahlung entweder bis zum Tod oder bis zu einem bestimmten Alter (z. B. 85 Jahre), danach beitragsfrei
  • Auszahlung direkt an den benannten Bezugsberechtigten, ohne Erbschein und ohne Nachlassverfahren

Sterbegeldversicherung vs. Alternativen

Die Sterbegeldversicherung ist nicht die einzige Option. Je nach Alter und Vermögenssituation kann eine Alternative günstiger sein.

Bestattungsvorsorgevertrag mit Treuhandkonto: Sie schließen direkt mit einem Bestattungsunternehmen einen Vertrag ab und zahlen die vereinbarte Summe auf ein Treuhandkonto. Der entscheidende Vorteil: Bei unwiderruflicher Zweckbindung gilt das Geld als Schonvermögen und wird im Pflegefall nicht vom Sozialamt angerechnet. Ohne diese Klausel ordnen Sozialgerichte die Auflösung des Kontos zur Deckung der Pflegekosten an.

Tagesgeld-Rücklage: Wer jung genug ist und diszipliniert spart, legt die monatlichen Beiträge auf ein separates Konto und vermeidet die Verwaltungskosten und Wartezeiten der Versicherung. Der Nachteil: Das Geld ist nicht als Schonvermögen geschützt, und bei frühem Tod fehlt die volle Summe.

Risikolebensversicherung: Bei jüngeren Personen mit hoher Versicherungssumme (z. B. zur Absicherung einer Familie) deckt die reguläre Risikolebensversicherung die Bestattungskosten nebenbei mit ab.

Worauf Sie beim Vergleich achten sollten

Drei Faktoren entscheiden, ob sich eine Sterbegeldversicherung rechnet:

  1. Gesamtkosten vs. Versicherungssumme: Addieren Sie alle Beiträge über die gesamte Laufzeit. Bei einem Eintrittsalter von 65 und einer Versicherungssumme von 8.000 Euro zahlen Sie bei vielen Anbietern insgesamt mehr ein, als ausgezahlt wird. Je jünger der Eintritt, desto günstiger das Verhältnis.

  2. Wartezeit und Staffelung: Manche Tarife zahlen im ersten Jahr nur 10 Prozent der Summe, im zweiten 25 Prozent und erst ab dem dritten Jahr die volle Leistung. Ein Tarif mit 36 Monaten Wartezeit spart Beiträge, schützt aber in den ersten drei Jahren kaum.

  3. Pflegefall-Schutz: Prüfen Sie, ob die Versicherungssumme als Schonvermögen anerkannt wird. Entscheidend ist eine unwiderrufliche Zweckbindung für die Beisetzung und Grabpflege.

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Bestattungskosten steuerlich absetzen

Bestattungskosten sind grundsätzlich keine Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen für den, der sie aus eigener Tasche zahlt. Es gibt aber zwei wichtige Ausnahmen:

In der Erbschaftsteuer: Seit 2025 gilt eine erhöhte Erbfallkostenpauschale von 15.000 Euro nach § 10 Abs. 5 Nr. 3 ErbStG. Dieser Betrag wird automatisch vom steuerpflichtigen Erwerb abgezogen — ohne Belege für Bestattung, Grabmal oder Testamentseröffnung. Übersteigen die tatsächlichen Kosten 15.000 Euro, können Sie den vollen Betrag ansetzen, brauchen dann aber lückenlose Nachweise.

In der Einkommensteuer: Nur wenn der Nachlass nicht ausreicht, um die Bestattungskosten zu decken, und Sie als Angehöriger die Differenz tragen, können Sie den Eigenanteil als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Die Marktübersicht nennt hierfür eine Anerkennung bis zu 7.500 Euro. In der Praxis gelingt das selten, weil das Finanzamt eine zumutbare Eigenbelastung abzieht.

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