Baumbestattung und FriedWald Kosten: Was eine Naturbestattung in Deutschland kostet
Immer mehr Menschen in Deutschland wünschen sich eine Bestattung in der Natur statt auf einem konventionellen Friedhof. Die Baumbestattung — Urnenbeisetzung an den Wurzeln eines Baumes in einem dafür gewidmeten Wald — ist die populärste Naturbestattungsform. FriedWald und RuheForst sind die beiden größten Anbieter mit zusammen über 100 Standorten bundesweit.
Was eine Baumbestattung kostet
Die Kosten gliedern sich in drei Bereiche: den Baumplatz, die Bestatterleistungen und die Kremation.
Baumplatz-Gebühren (FriedWald)
FriedWald bietet verschiedene Grabarten mit unterschiedlichen Nutzungsrechten:
- Basisplatz: ab 590 Euro (wird im Trauerfall zugewiesen, derzeit mit 20 Jahren Ruhezeit)
- Platz am Gemeinschaftsbaum: ab 890 Euro (je nach Baum 890, 1.190 oder 1.390 Euro)
- Partnerbaum: ab 2.890 Euro (zwei Plätze, mit einer standortabhängigen Ruhezeit von 15 bis 30 Jahren ab der letzten Beisetzung)
- Generationenbaum: ab 2.890 Euro (zwei Plätze enthalten; weitere Plätze sind möglich, insgesamt bis zu 20 Personen)
Die Gebühren variieren nach Standort, Baumart und Lage im Wald. Ein besonders markanter Baum an einem Aussichtspunkt kostet mehr als ein Platz im dichten Waldbestand.
RuheForst-Preise im Vergleich
RuheForst arbeitet mit einem ähnlichen Modell, die Preise liegen auf vergleichbarem Niveau. Die Gebühren und Ruhezeiten sind standortabhängig; Ruhezeiten können bis zu 99 Jahre betragen.
Bestatter und Kremation
Zusätzlich zu den Baumplatz-Gebühren fallen die üblichen Bestattungskosten an: Kremation (250–600 Euro) und Bestatterleistungen (1.200–2.000 Euro). Bei FriedWald kommen derzeit 450 Euro Beisetzungskosten hinzu; darin ist bei Bedarf eine biologisch abbaubare FriedWald-Urne enthalten.
Gesamtkosten: Eine Baumbestattung mit Platz kostet bei FriedWald mindestens 2.840 Euro (590 Euro Platz, 450 Euro Beisetzung und mindestens 1.800 Euro für Leistungen des Bestattungshauses). Ein Generationen- oder Partnerbaum kostet inklusive dieser Mindestnebenkosten mindestens 5.140 Euro. Standort, Namenstafel und die Wahl des Bestattungshauses können die Summe erhöhen.
Was im Preis enthalten ist — und was nicht
Im Baumplatz-Preis enthalten sind das Nutzungsrecht, der Eintrag ins Baumregister und die FriedWald-Urkunde. Die Beisetzungskosten und die Leistungen des Bestattungshauses werden gesondert berechnet; eine Namenstafel kann zusätzliche Kosten verursachen.
Ein wesentlicher Vorteil: Die Grabpflege entfällt vollständig. Der Wald pflegt sich selbst. Auf konventionellen Friedhöfen kostet die Grabpflege über 20 Jahre leicht 5.000 bis 10.000 Euro — dieses Geld spart die Baumbestattung.
Baumbestattung vs. Friedhof: Drei Unterschiede
1. Begrenzte individuelle Gestaltung. Grabsteine, Blumenschmuck und Kerzen sind im Waldfriedhof nicht erlaubt. Die zulässige Kennzeichnung erfolgt über eine Namenstafel, die je nach Grabart unterschiedlich gestaltet werden kann.
2. Erreichbarkeit. Waldfriedhöfe liegen naturgemäß außerhalb von Ortschaften. Für ältere Angehörige, die den Grabplatz regelmäßig besuchen möchten, kann der Weg beschwerlich sein.
3. Konfessionsfreiheit. Baumbestattungen sind weltanschaulich neutral. Kirchliche Trauerfeiern können vorab stattfinden, die Beisetzung im Wald ist aber eine schlichte, naturverbundene Zeremonie.
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