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Notfallordner anlegen: Welche Dokumente Ihre Familie im Ernstfall braucht

Wenn der Notfall eintritt — ein Unfall, ein Schlaganfall, ein plötzlicher Tod — haben Angehörige keine Zeit, Ordner zu durchwühlen, Versicherungsnummern zu suchen oder Vollmachten zusammenzusetzen. Ein Notfallordner sammelt alles an einem Ort, geordnet und sofort einsatzbereit.

Was in den Notfallordner gehört

Vorsorgedokumente (Originale oder beglaubigte Kopien)

  • Vorsorgevollmacht — wer darf handeln, wenn Sie es nicht mehr können
  • Patientenverfügung — welche medizinischen Maßnahmen gewünscht oder abgelehnt werden
  • Betreuungsverfügung — wen das Gericht als Betreuer bestellen soll, falls keine Vorsorgevollmacht existiert
  • Sorgerechtsverfügung — wer die Kinder bekommt, wenn beide Elternteile ausfallen
  • Organspende-Erklärung — ob und welche Organe gespendet werden sollen
  • Bestattungsverfügung — gewünschte Bestattungsform, Friedhof, Trauerfeier

Persönliche Dokumente

  • Personalausweis/Reisepass (Kopie)
  • Geburtsurkunde
  • Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil
  • Stammbuch der Familie
  • Staatsangehörigkeitsnachweis (falls vorhanden)

Finanzen und Versicherungen

  • Kontoübersicht aller Bankverbindungen mit IBAN
  • Depot- und Wertpapierkonten
  • Lebensversicherungspolicen (Versicherungsnummer, Bezugsberechtigter, Versicherungssumme)
  • Private Unfallversicherung (Achtung: Meldefrist oft nur 48 Stunden nach Unfalltod)
  • Kranken- und Pflegeversicherung
  • Haftpflicht-, Hausrat-, Gebäudeversicherung
  • Sterbegeldversicherung oder Bestattungsvorsorgevertrag
  • Rentenversicherungsnummer und letzte Renteninformation
  • Kreditverträge und laufende Darlehen

Verträge und Mitgliedschaften

  • Mietvertrag oder Grundbuchauszug (Eigentum)
  • Strom-, Gas-, Wasserversorger
  • Telefon- und Internetanbieter
  • Streaming-Abonnements und kostenpflichtige Apps
  • Vereinsmitgliedschaften
  • Laufende Abonnements (Zeitungen, Zeitschriften)

Digitaler Nachlass

  • E-Mail-Zugangsdaten (oder Verweis auf den Passwortmanager)
  • Soziale Netzwerke mit gewünschter Handhabung (löschen/Gedenkseite)
  • Cloud-Speicher
  • Krypto-Wallets mit Aufbewahrungsort der Seed-Phrase
  • Online-Banking-Zugänge (nicht im Ordner selbst — Verweis auf den sicheren Aufbewahrungsort)

So organisieren Sie den Ordner

Physisch: Ein feuerfester Dokumententresor zu Hause oder ein Bankschließfach. Letzteres hat einen Nachteil: Im Todesfall kann der Zugang zum Schließfach schwierig werden, wenn keine transmortale Vollmacht für die Bank existiert.

Register verwenden: Trennen Sie die Bereiche mit Registerkarten — Vorsorge, Persönlich, Finanzen, Verträge, Digital. Die Vertrauensperson (Bevollmächtigter) muss wissen, wo der Ordner liegt.

Jährlich aktualisieren: Versicherungen ändern sich, Konten werden eröffnet oder geschlossen, Passwörter wechseln. Setzen Sie sich einmal im Jahr hin und bringen Sie den Ordner auf den aktuellen Stand.

Wer sollte vom Ordner wissen?

Mindestens zwei Vertrauenspersonen: der Bevollmächtigte aus der Vorsorgevollmacht und eine Ersatzperson. Beide müssen wissen, wo der Ordner aufbewahrt wird und wie sie im Notfall Zugang erhalten.

Unser Vorsorge-Ratgeber für Deutschland enthält eine druckbare Dokumenten-Checkliste, die Sie Seite für Seite durchgehen können, sowie Vorlagen für alle Vorsorgedokumente, die in den Notfallordner gehören.

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