Jemand, den Sie lieben, ist gestorben. Die Bank hat sämtliche Konten gesperrt. Sie wissen nicht, ob die Erbschaft Schulden enthält. Und niemand hat Ihnen erklärt, dass das Räumen der Wohnung oder das Bezahlen einer Rechnung aus Ihrer eigenen Tasche Sie unwiderruflich zum Erben macht — mit unbeschränkter Haftung für alles, was der Verstorbene hinterlassen hat.
Vielleicht hat die Kantonalbank heute Morgen mitgeteilt, dass das Konto des Verstorbenen gesperrt ist — und Sie können weder die Bestattungsrechnung bezahlen noch die nächste Stromrechnung. Vielleicht haben Sie ein Schreiben vom Bezirksgericht erhalten, das die Testamentseröffnung ankündigt, und Sie verstehen nicht, was das für Ihre Haftung bedeutet. Vielleicht gibt es kein Testament, und als überlebender Ehegatte oder erwachsenes Kind schauen alle auf Sie.
Sie trauern. Aber die Schweizer Bürokratie trauert nicht mit. In dem Moment, in dem jemand in der Schweiz stirbt, geht nach Artikel 560 ZGB das gesamte Vermögen — einschliesslich sämtlicher Schulden — automatisch und sofort auf die Erben über. Nicht erst nach dem Erbschein. Nicht erst nach der Erbteilung. Sofort. Wer in dieser Phase emotionaler Überwältigung die Wohnung räumt, persönliche Gegenstände an sich nimmt oder eine Rechnung des Verstorbenen bezahlt, begeht eine sogenannte konkludente Annahme der Erbschaft nach Artikel 571 Absatz 2 ZGB — und verwirkt damit unwiderruflich das Recht, die Erbschaft auszuschlagen. Die Folge: unbeschränkte Haftung mit dem gesamten Privatvermögen. Für Schulden, von denen Sie heute noch nichts wissen.
Das gesetzliche Zeitfenster für eine Erbausschlagung beträgt drei Monate. Und diese Frist beginnt zu laufen, ob Sie sich bereit fühlen oder nicht.
Der Ratgeber Erbrecht und Nachlassregelung in der Schweiz ist ein Kantonsübergreifender Verfahrenskompass für jeden rechtlichen, finanziellen und administrativen Schritt zwischen dem Todestag und der abschliessenden Erbteilung. Kein juristisches Lehrbuch. Keine generische Checkliste, die nach der Beerdigung endet. Ein chronologischer, schweiz-spezifischer Leitfaden, der die isolierten Anforderungen von 26 verschiedenen Kantonen — mit ihren unterschiedlichen Bezirksgerichten, Notariaten, Erbschaftsämtern und Friedensrichtern — in eine einzige, handlungsorientierte Reihenfolge bringt. Damit Sie aufhören, panisch zwischen Behördenwebseiten hin- und herzuklicken, und anfangen, den richtigen Schritt zur richtigen Zeit zu tun.
Was im Verfahrenskompass enthalten ist
Ein 12-Kapitel-Ratgeber, die Schnellstart-Checkliste Nachlassabwicklung und 9 sofort einsetzbare Vorlagen und Referenzblätter — vom Moment des Todes bis zur Erbteilung und Grundbucheintragung, aufgebaut auf dem seit 1. Januar 2023 geltenden revidierten Erbrecht und den tatsächlichen kantonalen Verfahren:
Die Akutphase: Totenschein, Zivilstandsamt, Bestattung
In dem Moment, in dem jemand in der Schweiz stirbt, muss die ärztliche Todesbescheinigung veranlasst werden — ohne Totenschein ist keine Überführung und keine Bestattung möglich. Dieses Kapitel erklärt den Ablauf der Leichenschau, die genauen Unterlagen für das Zivilstandsamt (Familienausweis, Identitätsausweis, Todesbescheinigung im Original), warum Sie sofort 5 bis 8 beglaubigte Todesurkunden bestellen sollten (CHF 30 pro Exemplar) und wie die kantonalen Bestattungskosten dramatisch variieren — in Basel-Stadt und Zürich sind einfache Bestattungen für Einwohner kostenlos, in anderen Kantonen kosten sie vierstellige Beträge.
Geld sichern: Bankkonten, Bestattungskosten, laufende Rechnungen
Sobald Banken vom Tod erfahren, sperren sie Einzelkonten, löschen Daueraufträge und LSV-Lastschriften, ziehen alle Karten ein und deaktivieren das E-Banking. Bankvollmachten werden nicht mehr akzeptiert. Selbst Gemeinschaftskonten werden oft blockiert, bis die Erbbescheinigung vorliegt. Der Ratgeber erklärt, wie Bestattungskosten trotz Kontosperre direkt aus dem Guthaben des Verstorbenen bezahlt werden können (gegen Vorlage der Originalrechnung), und wie Sie die existenzielle Liquidität für den Alltag sichern.
Die kritische Frage: Annehmen, ausschlagen oder öffentliches Inventar?
Dies ist die folgenschwerste Entscheidung im gesamten Verfahren. Die Annahme der Erbschaft bedeutet volle Haftung — auch für Schulden, die erst Monate später auftauchen. Die Ausschlagung muss innerhalb von drei Monaten beim Bezirksgericht erklärt werden und ist unwiderruflich. Das öffentliche Inventar bietet einen Mittelweg, hat aber eine kürzere Frist von einem Monat. Der Ratgeber liefert den exakten Entscheidungsbaum — und erklärt, wie Sie mit der Bescheinigung für Auskunft bei Banken und Betreibungsämtern Erkundigungen einholen können, ohne dass dies als konkludente Annahme gewertet wird.
Erbrechtsrevision 2023: Was sich geändert hat
Der Pflichtteil der Kinder wurde von 75 auf 50 Prozent des gesetzlichen Erbteils reduziert. Der Pflichtteil der Eltern wurde komplett gestrichen. Die frei verfügbare Quote ist damit grösser als je zuvor. Der Ratgeber erklärt die neuen Berechnungen, die Konsequenzen für bestehende Testamente und Erbverträge und die Sonderregelung für Ehepaare im Scheidungsverfahren.
26 Kantone, 26 Verfahren: Der kantonsübergreifende Überblick
In Zürich ist das Bezirksgericht zuständig. Im Thurgau das Notariat. In Basel-Stadt das Erbschaftsamt. Im Kanton Waadt der Bezirksfriedensrichter. Es gibt keine einheitlichen Formulare, keine einheitlichen Gebühren und keine einheitlichen Fristen. Dieses Kapitel zeigt Ihnen exakt, welche Behörde in Ihrem Kanton zuständig ist — für die Testamentseröffnung, den Erbschein und die Nachlasssicherung.
Sonderfälle: Minderjährige, Konkubinat, Ausland, Immobilien
Minderjährige Erben: Die KESB ernennt zwingend einen unparteiischen Beistand, wenn Eltern und Kinder an derselben Erbteilung beteiligt sind. Konkubinatspartner: ohne Testament gehen sie fast immer leer aus — und bei der AHV erhalten sie keine Hinterbliebenenleistungen. Erben im Ausland: Spezialvollmacht, Apostille, Europäisches Nachlasszeugnis. Immobilien: Grundbucheintragung nur mit Erbschein und notariell beglaubigter Grundbuchanmeldung, Erbschaftssteuer am Belegenheitsort.
Kantonale Erbschaftssteuern
Der Bund erhebt keine Erbschaftssteuer. Schwyz und Obwalden sind komplett steuerfrei. Ehegatten sind überall befreit, Kinder in fast allen Kantonen. Aber Konkubinatspartner zahlen in manchen Kantonen bis zu 50 Prozent — es sei denn, eine mehrjährige Hausgemeinschaft ist nachgewiesen. Der Ratgeber liefert den kantonalen Steuervergleich und zeigt die Ausnahmen, die Tausende Franken sparen können.
Anhang: Checkliste, Dokumententabelle, Vorlagen, Zeitplan
19-Punkte-Schnellstart-Checkliste zum Ausdrucken. Vollständige Dokumententabelle (welche Behörde welches Dokument braucht). Zeitplan für die gesamte Nachlassabwicklung (6 bis 12 Monate). Fünf praktische Vorlagen: Musterbrief an Banken, Kündigungsschreiben für Versicherungen und Verträge, Vorbereitungsbogen Erbscheingesuch, Checkliste Todesfallmeldung, Notfallplan für die ersten 48 Stunden.
Für wen dieser Ratgeber geschrieben ist
- Für den überlebenden Ehegatten, dessen Konten gesperrt wurden — der wissen muss, wie die Bestattungskosten trotzdem bezahlt werden, wie die AHV-Witwenrente beantragt wird und warum die Frist zur Erbausschlagung nicht wartet
- Für das erwachsene Kind, das zum ersten Mal mit dem Nachlassrecht zu tun hat — das den kompletten Ablauf braucht, von der Leichenschau über die Testamentseröffnung bis zum Erbschein und zur Grundbucheintragung, mit den exakten Fristen und Dokumenten für seinen Kanton
- Für die Familie ohne Testament, die gerade erfahren hat, dass das Parentelsystem des ZGB alles bestimmt — die verstehen muss, wie die gesetzlichen Erbquoten funktionieren, warum Konkubinatspartner fast leer ausgehen und wie der Pflichtteil seit der Revision 2023 berechnet wird
- Für den Erben im Ausland, der nicht in die Schweiz fliegen kann — der wissen muss, welche Vollmacht Schweizer Banken akzeptieren, wie die Apostille funktioniert und wann das Europäische Nachlasszeugnis beantragt werden sollte
- Für den gesetzlichen Vertreter minderjähriger Erben, der verstehen muss, wann die KESB einen Beistand ernennt und welche Schritte das Gericht genehmigen muss
- Für die Erbengemeinschaft mit einer Immobilie — die wissen muss, dass nur die Einstimmigkeit aller Erben einen Verkauf ermöglicht, welche Grundbuchkosten anfallen und wie die Erbschaftssteuer am Belegenheitsort berechnet wird
Warum kostenlose Informationen Sie nicht durch dieses Verfahren bringen
Die Informationen existieren. Sie sind verstreut über kantonale Justizportale, Bankbroschüren, Bestatter-Checklisten und Anwaltskanzlei-Blogs. Folgendes erwartet Sie, wenn Sie versuchen, eine Nachlassabwicklung nur mit kostenlosen Quellen zu bewältigen:
- Kantonale Justizportale erklären das Verfahren — aber nur für ihren eigenen Kanton. gerichte-zh.ch zeigt Ihnen den Zürcher Ablauf. bs.ch den Basler. Keines der 26 kantonalen Portale bietet einen kantonsübergreifenden Vergleich. Und keines warnt Sie aktiv vor den Haftungsfallen der konkludenten Erbannahme.
- Beobachter-Ratgeber sind umfassend — aber textlastig und teuer. Die Beobachter-Edition «Ich bestimme» kostet CHF 38 bis 48 und umfasst über 160 Seiten. Für den akuten Todesfall ist sie zu umfangreich — keine schnellen Checklisten, kein chronologischer Notfall-Leitfaden für die ersten 72 Stunden.
- Bank-Informationsblätter enden bei der Kontosperre. Die LUKB, BEKB und ABS bieten seriöse Merkblätter für Hinterbliebene. Sie decken Kontosperren und Vollmachten ab — und blenden Bestattungsrecht, Mietrecht, KESB und Steuerrecht fast vollständig aus.
- Bestatter-Checklisten enden nach der Beisetzung. DeinAdieu und Trauerportal.ch bieten einfühlsame Checklisten für die ersten Tage. Ihre Hilfe endet exakt dort, wo die juristisch komplexe Phase beginnt: bei der Erbteilung, den kantonalen Steuern und der Grundbucheintragung.
- Anwaltskanzlei-Blogs betonen die Risiken, um Mandate zu gewinnen. Fachanwälte veröffentlichen exzellente Fachartikel. Jeder dieser Artikel ist darauf ausgelegt, Sie davon zu überzeugen, dass die Abwicklung zu riskant für eine eigenständige Durchführung ist — und dass Sie ein Mandat ab mehreren tausend Franken brauchen.
Kostenlose Quellen geben Ihnen Bruchstücke aus 26 verschiedenen Kantonen und einem Dutzend isolierter Institutionen. Der Kantonsübergreifende Verfahrenskompass bringt alle relevanten Gesetze, Fristen, Gebühren und Behörden in ein einziges Dokument — in der Reihenfolge, in der Sie sie tatsächlich brauchen.
— Weniger als 15 Minuten bei einem Schweizer Fachanwalt für Erbrecht
Eine einzige Erstberatung beim Rechtsanwalt für Erbrecht kostet in der Schweiz CHF 300 bis 500 pro Stunde. Die anwaltliche Begleitung der gesamten Nachlassabwicklung wird separat berechnet — bei einem durchschnittlichen Verfahren erreichen die Kosten schnell CHF 5'000 bis 15'000. Dieser Ratgeber kostet weniger als eine Viertelstunde anwaltlicher Beratungszeit und gibt Ihnen den vollständigen schweiz-spezifischen Verfahrenskompass: jede Behörde, jede Frist, jeden Entscheidungspfad und die Vorlagen, die Sie brauchen, wenn eine Bank Ihnen den Zugang verweigert oder die Ausschlagungsfrist zu laufen beginnt.
Ihr Download umfasst den vollständigen 12-Kapitel-Ratgeber, die Schnellstart-Checkliste Nachlassabwicklung und 9 sofort einsetzbare Vorlagen und Referenzblätter: Notfallplan für die ersten 48 Stunden, Gesuch um Bescheinigung für Auskunft, Erklärung der Erbausschlagung, Vorbereitungsbogen Erbscheingesuch, Kündigungsschreiben, Checkliste Wohnungsräumung, Anruferprotokoll, Dokumenten-Checkliste mit Gebühren und kantonale Behördentabelle. Dazu eine 30-Tage-Geld-zurück-Garantie: Wenn Ihnen der Ratgeber keine Klarheit verschafft, welcher Schritt als nächstes kommt und wie Sie ihn rechtssicher durchführen, schreiben Sie uns eine E-Mail und erhalten Ihr Geld zurück.
Noch nicht bereit für den vollständigen Ratgeber? Laden Sie die kostenlose Schnellstart-Checkliste Nachlassabwicklung herunter — die 19 wichtigsten Schritte nach einem Todesfall in der Schweiz: Leichenschau, Zivilstandsamt, Todesurkunden, Bankkonten, Bestattungskosten, Testamenteinreichung, Erbausschlagungsfrist und Erbschein. Genug, um heute Abend und morgen das Richtige zu tun.
Sie haben sich diese Aufgabe nicht ausgesucht. Aber Sie können sie bewältigen. Der Ratgeber zeigt Ihnen wie — Schritt für Schritt, Kanton für Kanton.